Lexikon der Gartenpflanzen

Lexikon der Gartenpflanzen

 

Verwendung der beschriebenen Pflanzen

Von einer Verwendung von Pflanzen als Heilmittel wird Laien grundsätzlich abgeraten - wegen Vergiftungsgefahr, möglicher Fehldiagnose/Fehlindikation/Fehlverwendung, Überdosierung, falscher Zubereitung und stark schwankender Qualität und Quantität der Inhaltsstoffe von Pflanze zu Pflanze!

Nur ein erfahrener Arzt und Pflanzenkenner kann den Einsatz der hier aufgeführten Pflanzen als Heil- oder Genussmittel oder einen anderweitigen Gebrauch richtig einschätzen und verantworten. Eine Kultivierung im gewerblichen Gartenbau oder im heimischen Garten ist erlaubt und unbedenklich.

Als Bodendecker zum Schutz des Gartenbodens vor Austrocknung und Nährstoffverlust, als PH-Regulatoren, Wirtspflanzen für Nützlinge und als Nährstofflieferanten können die genannten Pflanzen auch im Gartenbau von Nutzen sein. Ebenso ist eine gartenbauliche Verwendung der aufgeführten Pflanzen als Teil einer sich gegenseitig lokal in ihren Eigenschaften ergänzenden Pflanzengemeinschaft oder als essentieller Bestandteil eines angelegten Biotops oder permakulturell gestalteten Miniatur-Ökosystems gegeben. Im Gartenbau können die aufgeführten Pflanzen als Schmuckstücke ebenso dem Auge, wie einem medizinischen, kulturellen, historischen oder wissenschaftlichen Interesse genügen.

Im Stadtgebiet von Herrenberg können diese Pflanzen an ihren natürlichen Standorten gefunden werden, finden im Herrenberger Gartenbau jedoch allgemein keine Verwendung.

 

Inhaltsverzeichnis

Gartenbingelkraut

Gartenschneeball

Gartenraute

 

 

Gartenbingelkraut

✖ Die frische Pflanze ist giftig!

Name: Bingelkraut, Mercurialis Annua L.

Wolfsmilchgewächse, Euphorbiacae.

Volksnamen: Büngelkraut, Gartenbingelkraut, Hundskohl, Schuttbingel.

Drogenbezeichnung: Bingelkraut = Mercurialis Herba (früher: Herba Mercurialis).

Arzneilich verwendete Bestandteile: Das Kraut.

Pflanzenbeschreibung: 20 bis 40 cm hoch wird das Bingelkraut, ein dunkelgrünes Unkraut mit kahlem Stengel, der in der oberen Region verzweigt ist. Die kurzgestielten Blätter, zugespitzt und stumpfsägezähnig, sind stark geädert und oft von kleinen Nebenblättern begleitet. Die kleinen gelblich-grünen männlichen Blüten sind ährenförmig angeordnet, während die weiblichen Blüten einzeln oder zu 2 bis 3 auf kurzen Stielen in den Blattachseln sitzen.

Blütezeit: April bis Mai.

Vorkommen: Auf Schuttplätzen, an Zäunen und Wegen, auch in Gärten, sowie auf dem Acker.

Wirkstoffe: Saponine, ätherisches Öl, Bitterstoff, Scharfstoffe.

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Gartenschneeball

Viburnum Prunifolium L.

Geißblattgewächse, Caprifoliaceae.

Name: Amerikanischer Schneeball.

Volksnamen: Frauenball, Gartenschneeball.

Drogenbezeichnung: Viburnumrinde (Amerikanische Schneeballrinde) = Viburni

Prunifolii Cortex (früher: Cortex Viburni Prunifolii).

Aussehen: Strauchartiger Baum, der bis zu 8 m hoch werden kann und mit weißen,

in schirmförmigen Trugdolden blüht.

Blütezeit: Mai.

Vorkommen: In Nordamerika heimisch, in Herrenberg in der Regel im Gartenbau als

Zierpflanze eingesetzt.

Wirkstoffe: Uteruswirksames Sedativum, Arbutin, spasmolytisch wirkende

Saponine, Flavone, Cumarine, Gerbstoffe und andere.

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Gartenraute

✖ Die Raute ist giftig!

Ruta Graveolens L.

Rautengewächs, Rutaceae.

Name: Raute.

Volksnamen: Augenraute, Edelraute, Gartenraute, Weinkraut, Weinraute.

Drogenbezeichnung: Rautenkraut = Rutae Graveolentis Herba (früher: Herba Rutae).

Arzneilich verwendete Bestandteile: Das Kraut.

Pflanzenbeschreibung: Die Raute ist eine stark duftende, graugrün gefärbte verästelte Staude mit runden, starren Stengeln. Die unpaarig gefiederten Blätter, die im Umriß dreieckig sind, werden bis 15 cm lang. Die Fiedern der Blätter sind nochmals 1- bis 2fach fiederteilig, derb und durchscheinend drüsig punktiert. Die Blüten, in einem doldigen Blütenstand angeordnet, besitzen 4 oder 5 löffelartige grünlich-gelbe Kronblätter.

Blütezeit: Juni bis August.

Vorkommen: Bei uns in Gartenbau-Kulturen und Gärten (Bauerngärten) und gelegentlich daraus verwildert. Die Heimat der Raute dürfte das Mittelmeergebiet sein, von wo sie die Benediktiner über die Alpen gebracht haben.

Wirkstoffe: Ätherisches Öl, etwas Gerbstoff, Furanocumarine, Alkaloide und das Flavonglykosid Rutin.
 

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